Aus mittelmäßigen Beziehungs-Ratgebern wissen wir: Wir sind seriell monogam, der Seitensprung ist genetisch bedingt. Soll heißen: Wir Menschen können ja gar nichts dafür, wenn wir ab und zu mit anderen in die Kiste springen. Die Konsequenz daraus: Wir müssen uns mit der Untreue des Partners / der Partnerin abfinden – Er/sie kann ja nichts dafür.

Das ist natürlich wie so oft nur die halbe Wahrheit. Wohl schlummert in jedem von uns ein potentieller “Seitenspringer”. Und die evolutionär-psychologische Erklärung, dass wir so die Chancen für gesunden Nachwuchs erhöhen und deshalb nur das tun, was für unsere Vorfahren und unsere ganze Spezies wohl überlebenswichtig ist – das ist auch plausibel. Aber für den wahren Grund, aus dem die unmittelbare Entscheidung für einen Seitensprung erwächst, braucht man im Prinzip keine komplexe Erklärung. Die Erklärung ist statt dessen recht einfach: Sexuelle Unzufriedenheit.

Das belegt eine Studie im Auftrag von Theratalk, bei der über 2500 untreue Männer und Frauen nach den Gründen ihrer Untreue gefragt wurden. Danach entscheiden sich 79% der Männer für eine Affäre, weil sie mit der Sexualität in der Partnerschaft unzufrieden sind. Bei den Frauen sind es sogar 85%. Natürlich gehen auch sexuell zufriedene Partner fremd, aber die Wahrscheinlichkeit für einen Seitensprung ist wesentlich geringer, wenn beide Partner glauben, dass es im Bett funktioniert.

Das probate Mittel gegen Seitensprünge ist daher: Prävention. Und das vor allem durch partnerschaftlicher Kommunikation über Sex und Zärtlichkeit. Die Kunst besteht darin, mit dem eigenen Partner über Wünsche und Vorlieben zu sprechen und vor allem über die Dinge offen zu reden, die stören.

gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: www.theratalk.de

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