Erinnern wir uns an den beeindruckenden Inhalt des Blog-Eintrags vom 19.03.09. Dort ging es darum, wie sehr darum, wie sehr Geschwindigkeit und Informationsfülle unsere bewusste und unbewusste Verarbeitung von Information bestimmen. Von den 11 Millionen bits unbewusst aufgenommener Information pro Sekunde verarbeiten wir lediglich 40 bits pro Sekunde bewusst. Der Rest wird sofort ausgesteuert oder unbewusst verarbeitet und gespeichert.

Vieles, was um uns herum passiert, fällt demnach zunächst unserer selektiven Aufmerksamkeit zum Opfer. Wir richten unseren Fokus auf bestimmte Dinge und blenden dafür andere Dinge aus. Trotzdem werden einige der ausgeblendeten Informationen unbewusst weiter verarbeitet und beeinflussen letztlich unsere Einstellungen, (Vor-)urteile, Entscheidungen und Handlungen.

Ein gutes Beispiel für unbewusste Beeinflussung bietet ein Bild der AP vom U.S. Präsidenten Obama, das im Moment so oder so ähnlich in einigen aktuellen Presseartikeln erscheint:

Manche Leser sehen den „zufälligen“ Heiligenschein bewusst, aber auf alle Leser wirkt er unbewusst. Mit dieser unbewussten Wahrnehmung ergeben sich auch unbewusste Informationsverarbeitungsschritte, die mächtig genug sind, Einstellungen und Handlungen zu beeinflussen. Vielleicht wirkt Präsident Obama nach der Lektüre dieses Artikels auf manche Leser – unabhängig vom Inhalt (!) des Artikels – ein Stückchen größer, erhabener, charismatischer oder heilsbringender.

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