Warum fühlen wir uns stolz, wenn wir etwas gut gemacht haben? Welche Funktion erfüllt Stolz? Und warum ist Stolz, genauso wie Dankbarkeit und Liebe, ein Schlüssel zum Glück?

Stolz ist eine ambivalente Emotion. Als kurzfristige Reaktion auf etwas, das besonders gut gelungen ist, wird Stolz selbst hierzulande von den Mitmenschen weithin akzeptiert. Eine bestandene Abschlussprüfung, ein Tor in letzter Minute, ein erfolgreicher Geschäftsabschluss – darauf kann und darf man stolz sein. Stolz als Persönlichkeitseigenschaft wird allerdings vom Umfeld eher negativ eingeschätzt – und als Arroganz, Hochmut oder Dünkel bezeichnet.

Dass Stolz immer mit einem kurzfristigen Hochgefühl einhergeht und dieses positive Gefühl auch ansteckend auf andere Menschen wirken kann, haben Sie sicher schon einmal erlebt. Und auch, dass mit Stolz auch eine erhöhte Selbstwirksamkeitserwartung kommt – das Gefühl, mit seinen eigenen Mitteln und Fähigkeiten noch mehr zu schaffen. Und genau das sind Funktionen des Stolzes: Selbstwirksamkeit zu steigern und gleichzeitig den anderen zu zeigen, dass man etwas kann, dass etwas geht. Fühlt man ehrlichen, aufrichtigen Stolz, gibt man in der Regel anderen Menschen die Chance, sich zu identifizieren: Sie freuen sich mit.

Die Annahme liegt nahe, dass sich Stolz auch positiv auf die Performance Einzelner (durch die erhöhte Selbstwirksamkeit) und die Leistung von Gruppen (durch die ‚Gefühlsansteckung‘) auswirkt. In der Tat zeigen Experimente der Northeastern Universitiy in Boston, dass Stolz zu besseren Leistungen und mehr Durchhaltevermögen führt.

Eine nützliche Emotion, die das Potential hat, das soziale Umfeld positiv zu verändern. Und zudem auch vom sozialen Umfeld leicht zu provozieren ist: Durch ehrlich gemeintes, wohlwollendes Lob.

Die Experimente der Northeastern University zeigen: Stolze Mitarbeiter sind in der Regel leistungsfähigere und leistungswilligere Mitarbeiter.

Great Job! Weiter so.


gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer

Quelle: Williams, LA, Desteno, D (2008). Pride and Perseverance: The motivational role of pride. Jounal of Personality and Social Psychology, 94, pp. 1007-1017

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