…automatisch. Genauer gesagt, breitet sich altruistisches Verhalten in sozialen Netzwerken exponentiell aus. Das bedeutet: Tun wir jemandem etwas Gutes, fühlen wir uns zum einen gut und vollbringen mit größerer Wahrscheinlichkeit weitere gute Taten. Und zum anderen veranlassen wir die Personen, denen wir etwas Gutes getan haben unbewusst dazu, selbst gute Taten folgen zu lassen. Denen wiederum weitere gute Taten folgen.

Das Diagramm veranschaulicht den Prozess, den die Wissenschaftler James Fowler von der Universität in San Diego und Nicholas Christakis von der Harvard University experimentell belegt haben:


Im Experiment der US-Forscher gaben Versuchsteilnehmer wie Eleni anderen Versuchsteilnehmern wie Lucas einen Teil von ihrem zuvor erspielten Gewinn ab – einfach so. Das bewirkte, dass die Beschenkten ihrerseits mehr zum Schenken bereit waren (Lucas gab zum Beispiel Erika Geld). Die Teilnehmer der „2. Generation“ waren immer noch freigiebiger. Das altruistische Verhalten zeigte sich über ingesamt 3 Generationen von Versuchsteilnehmern. Durchschnittlich profitierten mehr als 20 Personen von der guten Tat eines Einzelnen.

Das Ergebnis liefert ein sehr optimistisches Bild der menschlichen Natur. Doch Fowler und Christakis machten die Gegenprobe und fanden: Auch feindseliges Verhalten breitete sich im sozialen Netzwerk aus. Und zwar genauso schnell wie die guten Taten. Der wichtigste Schluss, den die Forscher aus ihren Ergebnissen ziehen ist also, dass die Handlung eines Einzelnen größere Wellen schlägt als gedacht.

gepostet i.A. von Dr. Stephan Lermer
Quelle: University of California – San Diego (2010, March 10). Acts of kindness spread surprisingly easily: just a few people can make a difference. ScienceDaily

Hinterlasse eine Antwort